Corona

Wir leben in schwierigen Zeiten. Noch schwieriger als sonst … obwohl die Menschen, die im Krieg leben, auf der Flucht sind oder im Regionen zu Hause sind, in denen es an Wasser und Nahrung fehlt anders darüber denken mögen.

In Deutschland sind die Menschen von der aktuellen Corona Krise unterschiedlich betroffen. Einige sind krank, einige sind gestorben, viele haben Angst um ihre Existenz. Wenn wir die Medien verfolgen, sehen wir, dass unglaublich viele Probleme im Zusammenleben und in der Wirtschaft entstehen. Das macht Angst und ist mit großen Risiken verbunden.

Aus der Sicht eines Buddhisten ist die Aussage plausibel, dass wir aus jeder Krise etwas lernen können. Die Hoffnung kommt auf, dass wir und auch die Gesellschaft als Ganzes uns in der Krise positiv verändern. Es ist allerdings Aberglaube, dass wir … wenn wir es nur richtig anstellen … aus jeder Krise gestärkt hervorgehen. Manchmal ist es so, … manchmal nicht. Es kann im Leben auch so kommen, dass wir alles verlieren oder sogar sterben.

Ein alter Meister hat auf die Frage was nach dem Tod käme gesagt: ich weiß es nicht … ich war noch nicht tot. Aber Sterben ist sicherlich eine interessante Erfahrung.

Aus jeder Krise etwas zu lernen, an ihr zu wachsen ist möglich, wenn wir unabhängig werden von Gewinn oder Verlust. Das ist schwierig und für viele Menschen nicht zu verstehen.

Wenn wir der Phase des Aufbaus unseres Lebens sind, wenn wir uns Gesundheit, Sicherheit und auch Erfolg wünschen, wenn wir kämpfen müssen, dann kommt uns dieser Satz möglicherweise als Zumutung vor.

Aber es heißt ja nicht, sich von allem Positiven abzuwenden und immer nur in Sack und Asche zu gehen.

Es geht darum, den Tag zu genießen. Und die Dinge, die da kommen werden anzunehmen.

Wenn wir Zen üben, streben wir nicht einen idealen Zustand an, in dem immer alles gut ist und wir allem mit Gelassenheit begegnen können. Denn das wäre Ausdruck von Verblödung.

Wir müssen dem Leben zur Verfügung stehen. Mit allen positiven und negativen Gefühlen, die dazu erforderlich sind. Alles verändert sich dauernd. Einen wirklichen Halt gibt es nicht.

Wenn wir uns der Vergänglichkeit bewusst werden, verschwindet das Glück nicht, es wird sogar noch kostbarer.

Nun hat uns Corona gezeigt, wo der Hammer hängt. Unsere gesundheit ist in Gefahr, das Leben ist eingeschränkt und die Wirtschaft bedroht.

Ich mache mir Sorgen um all diejenigen, die mit ihrer Arbeit (sei es selbständig oder angestellt) normalerweise so über die Runden kommen und jetzt ihn ihrer Existenz gefährdet sind. Ich hoffe, dass gerade die kleinen Unternehmen die Krise möglichst alle überstehen und dass die Arbeitslosigkeit nicht zunimmt. Besonders denke ich auch an die Menschen (seien es Kinder oder Erwachsene), deren Leben so aus dem Gleichgewicht geraten ist, dass sie Hilfe brauchen.

Für uns alle wirkt die Krise mit ihren Einschränkungen als Katalysator – für manche auf schwierige, vielleicht sogar auf dramatische Weise, für andere fast unbemerkt.

Die Praxis des Zen besteht darin, dass wir lernen, uns selbst vorbehaltlos und ehrlich wahrzunehmen. Es gibt keine perfekten Menschen und es gibt keine einfachen Wahrheiten.

Wenn ihr könnt, seid streng mit euch selbst und geduldig mit anderen. 

Zum Foto, das ich vorangestellt habe:

Es sieht so aus, als ob der freundliche alte Mönch trotz  der drohenden Gestalt in seinem Rücken gelassen bleibt, mit seinen offenen Handflächen nach vorne zeigend.

Doch es ist so, dass das Bild zwei hilfreiche Aspekte zeigt, die wir in uns selbst annehmen und stärken können.

Der Mönche im Vordergrund zeigt Freude und Gelassenheit. Seine Handflächen sind in unsere Richtung geöffnet und signalisieren Offenheit und die Bereitschaft, seinen Frieden mit uns zu teilen.

Im Hintergrund sehen wir Fudo. Den Beschützer und Retter. Er zeigt uns die Energie, die wir aufbringen müssen, um unsere eigenen geistigen Hindernisse zu bewältigen und um im Leben auch für andere hilfreich sein zu können.

Als ich das Foto gemacht habe, wollte ich die beiden als Einheit darstellen … ich hoffe, es ist mir geglückt.

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